Der neue Heimatgarten

Saatgut ausleihen …

Es wird Frühling und es juckt in den Fingern etwas im Heimatgarten zu machen. Wusstest Du schon, dass es in den Stadtbüchereien Hamm eine Saatgutbibliothek gibt? Dort kann man sich Saatgut leihen und bringt im Herbst wieder welches zurück.
Es ist ein Projekt des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) unter dem Motto Saatgut leihen – Vielfalt ernten“. Unterstützt wird das Projekt von dem BNE-Regionalzentrum Maximilianpark in Hamm.
Und warum das Ganze? Wer mitmacht trägt zur Pflanzenvielfalt und zum Erhalt alter Sorten bei. Auch das Kulturgut der Saatgutgewinnung bleibt erhalten bzw. wird neu gelernt. Damit ist es auch ein Beitrag zur Agenda 2030 und zur nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft.
Wir sind schon gespannt, wie sich die Erbse „Frühe Heinrich“, der Salat „Kaiser Selbstschluss“ oder auch die Tomate „Quedlinburger Frühe Liebe“ in unserem Heimatgarten machen und wie sie schmecken.


Was ist ein Sandarium?

Eigentlich macht das Team des Heimatgartens jetzt Winterpause. Aber Heiner Lamkowsky und Gerd Popp haben sich für die Wintermonate etwas Besonderes vorgenommen Sie legen eine Sandarium an. Wozu ein Sandarium? Kaum einer weiß, dass nur ein Viertel der Wildbienen überhaupt die klassischen Nisthilfen – wie Insektenhotels – nutzt. Dreiviertel aller Wildbienenarten sind Erdnister. Sie brauchen lockere, sandige und trockenen Böden, die im besten Fall etwas von Vegetation befreit sind. Teilweise sind diese Wildbienenarten gefährdeter als ihre Verwandtschaft, die in Hohlräumen nistet, weil sie kaum geeignete freie Flächen finden.

Im Heimatgarten entsteht jetzt ein etwas größeres Sandarium, damit u.a. die Kita-Gruppen besser die Insekten beobachten können. Auch andere Tiere tummeln sich gern auf dem Sandarium. Eidechsen nutzen die Fläche beispielsweise zum Sonnenbaden.

Wer im eigenen Garten den bodennistenden Insekten auch Nistmöglichkeiten anbieten möchte, muss nicht unbedingt gleich ein Sandarium anlegen. Oft reicht es, lückig bewachsene oder vegetationsfreie Bodenflächen zu schaffen oder zu erhalten. Derartige Flächen sollten nicht aufgelockert, gehackt oder geharkt werden! Während der Nistaktivitäten sollte der Bereich auch nur wenig oder gar nicht gegossen werden.

Unbefestigte Wege und auch gepflasterte Flächen auf sandigem Untergrund sind oft ein wertvoller Nistplatz für Wildbienen. Leider wird unterhalb von Pflasterflächen oft Schotter oder Split eingebracht. Ein solcher Unterbau ist für Bienen undurchdringlich und verhindert deren Ansiedlung. Auch sehr enge Fugen verhindern die Besiedlung durch Wildbienen. Günstig für Bodennister sind Fugenbreiten von 5 bis 8 mm. Die schlüpfenden Wildbienen benutzen nicht den Gang den ihre Mutter gegraben hatte. Jede Biene gräbt sich von ihrer Brutzelle aus senkrecht nach oben. Bei großen Platten (und schmalen Fugen) kann es passieren, dass die Tiere keinen Ausgang finden und sterben. Daher sind kleinere Pflastersteine sinnvoll.

Wer Anregungen für die Anlage und Gestaltung eines Sandariums sucht, ist herzlich eingeladen, den Heimatgarten des Heimatvereins Herbern (hinter dem Malteserstift) zu besuchen.

Heiner Lamkowsky und Gerd Popp

Fotos frei zur Veröffentlichung: Lamkowsky/Heimatverein Herbern

Teilen, tauschen, pflanzen: Staudenbörse im Heimatgarten

Im Herbst wird im Garten aufgeräumt und neugestaltet. Pflanzen, deren Blühfreudigkeit im Laufe der Jahre nachgelassen hat oder deren Mitte verkahlt, werden geteilt. Das Teilen verjüngt die Pflanzen, sie werden wieder blühfreudig und bleiben wüchsig. Bis in den Oktober/November können Stauden gepflanzt werden. Sie haben dann bis zum Frost Zeit, schon gut einzuwurzeln und können im nächsten Frühjahr direkt durchstarten. Frühblühende Stauden bilden dann gleich im ersten Jahr schöne Blüten. Und ganz nebenbei erhalten Sie durch das Teilen gleich eine ganze Menge neuer Pflanzen, die Sie selbst einpflanzen oder zur Staudentauschbörse in den Heimatgarten bringen können.

Das Garten-Team des Heimatvereins Herbern lud zum 12. Oktober 22024 in den Heimatgarten ein. Wer Stauden abgeben, tauschen oder einfach nur schauen mochte, ob er was für sein Staudenbeet findet, war herzlich eingeladen. Praktischerweise sollten Eimer, Tüte oder sonstige Gefäße für den Transport mitgebracht werden. Erwünscht waren alle Stauden – nur keine Gräser!

Der Heimatgarten befindet sich hinter dem Malteserstift St. Benedikt, Bakenfelderweg 1a, 59387 Herbern.

Kompost, Knödelhalter und bunte Bohnen

22 Maxikinder der Kita Abenteuerland besuchten den Heimatgarten des Heimatvereins Herbern und hatten alle Hände voll zu tun. Im Herbst fallen jede Menge Gartenabfälle an. Wohin damit? Die Kinder lernten den Kompost kennen und welche Tiere darin leben. Mit Schaufeln und Becherlupen wurde nach Kompostwürmern gesucht. Anschließend wurden Gartenabfälle zerkleinert und auf den Komposthaufen geschichtet. Dann wurden die letzten bunten Bohnen geerntet und gepult. Zum Schluss wurden noch für die Gartenvögel Futterstationen gebastelt. Denn bald beginnt wieder die Zeit der Wildvögelfütterung. Einfach und praktisch sind Meisenknödel im Netz – aber nicht besonders umweltfreundlich. Vögel können sich in den Plastiknetzen verheddern. Für die Meisenknödel ohne Netz lernten die Kinder, einfache Halterungen aus biegsamen Zweigen zu basteln. Zwei dieser Futterstationen überreichten die Maxis Frau Seidel vom sozialen Dienst des Malteserstifts. So können die Bewohner des Altenstifts bald vom Fenster die Vögel beobachten.

Der Heimatgarten

Den Bauerngarten des Heimatvereins Herbern bei Haus Spüntrup gibt es leider nicht mehr. Einen neuen Garten gibt es aber auf dem Gelände des Altenheimes Malteserstift St.Benedikt.

Dieser wird allerdings nicht mehr wie ein klassischer Bauerngarten – mit Buchsumrandung und zentralem Rundbeet – gestaltet.  Deshalb nennt sich der Garten jetzt Heimatgarten.

Der Heimatgarten soll am Gärtnern interessierten Menschen offenstehen und Ideen anbieten für die Umsetzung in heimischen Gärten. Bei der Anlage von Gemüsebeeten wird bevorzugt historisches und renales Saatgut genutzt. Alte Gemüsesorten z. B. Stielmus oder Grünkohl, die in unserer Region typisch waren, werden angebaut und alte Techniken angewendet, z. B. Buschen setzen für Erbsen. Durch die Anlage einer auf Dauer angelegten Wildblumenwiese soll die Insektenvielfalt gefördert werden. Auch das Hochbeet ist zugleich Demonstrationsobjekt und Nutzfläche.

Weiterhin wird der Heimatgarten für Veranstaltungen rund um die regionale Flora und Fauna genutzt. So wurden beispielsweise während der Klimaschutzwoche der Gemeinde Ascheberg im September 2022 Nistkästen für verschiedene Gartenvögel angefertigt.

Dieser Garten ist barrierearm und kann auch älteren bzw. beeinträchtigten Menschen Freude am Gärtnern ermöglichen.

Das Team des Heimatgartens um Heiner Lamkowsky ist offen für neue Interessierte, die sich in die Pflege und Bewirtschaftung des Heimatgartens einbringen wollen. Die Freude am gemeinsamen Gärtnern steht dabei im Vordergrund. Ansprechpartner für den Heimatgarten ist Heiner Lamkowsky Tel: 01525 4055577.

Das alte Schild des Bauerngartens vom Heimatverein Herbern hat einen neuen Standort. Das Gartenteam des Heimatvereins Herbern mit Heiner Lamkowsky, Heike Wendt, Gerd Popp, Kim Eckes und Reinhardt Hartwig betreut den Nutz- und Obstgarten auf dem Gelände des Altenheimes Malteserstift St. Benedikt.