Eine Gemeinde liest


Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Eine Gemeinde liest“ trägt Alfred Brochtrop Passagen aus dem plattdeutschen Roman „De Strunz – Ne Industrie- un Buern-Geschicht“ vor. Bereits der Titel ist ein Wortspiel: „Strunz“ bezeichnet im Plattdeutschen einerseits den Strontianit, andererseits bedeutet „strunzen“ so viel wie prahlen oder angeben.


Alfred Brochtrop ist dem Plattdeutschen seit jeher eng verbunden – es ist gewissermaßen seine Muttersprache. Mit viel Freude und Leidenschaft trägt er plattdeutsche Texte vor und versteht es, seine Vorträge und Lesungen immer wieder mit spontanen Einlagen und humorvollen Anekdoten aufzulockern. So werden seine Auftritte nicht nur zu einem sprachlichen, sondern auch zu einem unterhaltsamen Erlebnis.

Der Strontianitabbau im Münsterland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – häufig als „Goldrausch“ bezeichnet – hatte tiefgreifende soziale und wirtschaftliche Auswirkungen auf die Region. Der katholische Pfarrer und plattdeutsche Dichter Dr. Augustin Wibbelt griff dieses Kapitel der Regionalgeschichte 1902 in seinem Roman „De Strunz – Ne Industrie- un Buern-Geschicht“ auf. Darin schildert er eindrucksvoll das Wohl und Wehe der Bauern, die sich vom Strontianitfieber mitreißen ließen und schließlich erkennen mussten, dass ihnen nach dem Ende des Booms oft nur die grauen Mergelhalden der stillgelegten Gruben blieben.

Passend zum Thema findet die Lesung im Museum Heimathaus statt. Die aktuelle Ausstellung „Süße Verführung“ beleuchtet unter anderem die Geschichte des Zuckers. Dabei spielt auch der Strontianit aus dem Münsterland eine besondere Rolle, denn er war für einige Jahre ein wichtiger Bestandteil bei der Zuckergewinnung aus Zuckerrüben. Vor oder nach der Lesung haben die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, die Ausstellung zu besichtigen und dabei mehr über die spannende Geschichte des Strontianits zu erfahren.

Ort: Herbern, Altenhammstr. 20, Museum Heimathaus

Termin: Samstag, 15. August 2026

Uhrzeit: 16.00 Uhr

Foto frei zur Veröffentlichung: Budde/Heimatverein Herbern