Süsse Geschichten

Die Mäuse sind los im Museum

Die Geschichte des Mäusespecks reicht mehr als 4.000 Jahre zurück. Was einst als Heilmittel im Alten Ägypten begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrtausende zu einer beliebten Schaumzucker-Süßigkeit. Der Name „Marshmallow“ leitet sich von der englischen Bezeichnung marsh mallow für den Eibisch (Sumpf-Malve) ab. Schon die alten Ägypter nutzten Stängel, Blätter und vor allem die Wurzeln der Pflanze. Sie kochten die klebrigen Wurzeln mit Honig und Nüssen – eine Rezeptur, die zunächst den Pharaonen vorbehalten war und als Mittel gegen Husten diente. Später wurde sie auch in Europa zur Behandlung von Erkältungen verwendet. Der Saft des Echten Eibischs (Althaea officinalis) diente zudem lange Zeit als natürliches Geliermittel. Ende des 19. Jahrhunderts ersetzten Konditoren die aufwendige Verarbeitung der Wurzeln schließlich durch Gelatine und Stärke. Mit rund 75 Prozent Zucker bilden Marshmallows eine besonders süße Leckerei aus unter anderem Geliermittel, Eiweiß oder Eischnee sowie Aroma- und Farbstoffe. Marshmallows werden oft pur genossen, entfalten ihr volles Aroma aber warm und karamellisiert. Der absolute Klassiker für das Lagerfeuer sind sogenannte „S’mores“. Für diesen berühmten amerikanischen Snack röstet man das Marshmallow wie gewohnt über dem Feuer. Legt dann ein Stück zartschmelzende Schokolade auf einen Butterkeks, platziert das heiße Marshmallow darauf und drückt einen zweiten Keks als Deckel darüber. Am besten schmeckt das warme Sandwich, solange die Schokolade schmilzt! 

Der Begriff „Mäusespeck“ leitet sich von der ursprünglichen Form und Farbe der Süßigkeit ab. Die kleinen, weichen Schaumzuckerstücke erinnerten früher stark an den echten Speck, der traditionell als Köder in Mausefallen verwendet wurde. Ein weiterer Erklärungsansatz verweist auf die sogenannten „weißen Mäuse“, die vor über 100 Jahren in Berlin von der Firma Aseli kreiert wurden. Diese schaumigen Leckereien gaben der Bezeichnung vermutlich weiteren Auftrieb. Auch in der aktuellen Ausstellung „Süße Versuchung“ im Museum Heimathaus in Herbern gibt es „Mäusespeck“ zu entdecken. Allerdings haben einige der kleinen Schaumzuckermäuse das Deckelglas verlassen und sich in den Vitrinen versteckt. Niemand weiß, wie viele „Speckmäuse“ entwischt sind. Deshalb sind alle Besucherkinder eingeladen, sich auf Mäusesuche zu begeben und die versteckten Mäuse zu zählen. Wer der Museumsaufsicht die richtige Anzahl nennt, darf sich als Belohnung eine süße Überraschung aus dem Bonbonglas aussuchen.

Die Ausstellung „Süße Versuchung“ ist samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr im Museum Heimathaus, Altenhammstraße 20, Herbern, geöffnet. Der Eintritt ist frei.